Chyavanprash – Immunstärke aus der Natur

Chyavanprash – gesprochen „Tschivanprasch” – gibt man im Ayurveda löffelweise zur Stärkung der Abwehrkräfte. Hergestellt wird das fruchtig-süße Fruchtmus aus den Vitamin C-reichen indischen Stachelbeeren, den so genannten Amlabeeren. Ich zeige dir, wie du Chyavanprash aus heimischen Vitamin C-Bomben wie Schlehen, Hagebutten oder Cornelkirschen zubereiten kannst. Damit sich der Aufwand in Grenzen hält, verrate ich dir einen kleinen Trick.

 

Zutaten

400 g Schlehen
300 g Hagebutten
200 g Cornelkirschen
400 ml Wasser
1 Quitte, groß
2 cm Ingwerwurzel
1 Vanillestange
4 Fäden Safran
1 Zitrone
1 TL Zimt
½ TL Nelken gemahlen
½ TL Sternanis gemahlen
½ TL Piment gemahlen oder frisch gemörsert
1 TL Kardamom gemahlen
½ TL Pippali gemahlen
4 EL Ghee
400 ml Apfelsaft
400 g Rohrzucker

 

Zubereitung

Die Schlehen waschen und möglichst vor der weiteren Verarbeitung über Nacht in einer Gefrierbox in die Tiefkühltruhe geben. So verlieren sie etwas von ihrem extrem sauren Geschmack. Alternative: Du erntest die Schlehen erst nach dem ersten Frost.

Am nächsten Tag  geht es weiter mit der Zubereitung. Statt stundenlangem Entkernen der Früchte verwende ich die ganzen Früchte und koche sie zweimal mit Flüssigkeit auf.
So geht´s: Die Hagebutten waschen und mit einem großen Messer vierteln. Dann die zerhackten Hagebutten mit den gefrorenen Schlehen und den Cornelkischen in einen großen Topf geben. Mit 200 ml Wasser aufgießen und zum Kochen bringen. Die Früchte nun so lange leicht köcheln lassen bis sie weich und passierfähig sind. Eventuell nochmals Wasser aufgießen, falls die Früchte sehr viel Flüssigkeit aufsaugen und der Brei am Topfboden festklebt.
Die weichen Früchte samt Samen durch ein feines Sieb oder die Flotte Lotte streichen. Das Mus in einer Schüssel auffangen und beiseite stellen. Dann die Körner nochmals mit 200 ml Wasser aufgießen und wieder einige Minuten köcheln lassen. Erneut durch das Sieb streichen. Die zwei Portionen Früchtemus zusammen geben.

Die Ingwerwurzel schälen und fein hacken.
Die Vanillestange aufschlitzen und das Mark mit einem Messer herausschaben. 
Den Safran in einer kleinen Espressotasse mit warmen Wasser einweichen.
Die Zitronen mit einer feinen Reibe abreiben. Den Abrieb beiseite stellen.
Die Quitte schälen, vierteln und das Kernhaus herausschneiden. Das Fruchtfleisch in kleine Stücke schneiden.

Jetzt das Ghee in einem Topf erhitzen. Zimt, Nelken, Sternanis, Piment, Kardamom, Pippali einrühren und darin erhitzen. Dann die fein gehackte Ingwerwurzel zugeben, dann die Quitte, das Vanillemark und die Zitronenschale. Mit Apfelsaft aufgießen und zum Kochen bringen. Wenn die Quitte weich ist, das Fruchtmus, den Safran und den Rohrzucker unterrühren. Sanft durchkochen lassen und mit einem Pürierstab fein pürieren. Falls das Mus noch zu flüssig ist, noch einmal abkühlen lassen und dann nochmals aufkochen. Das mehrmalige Aufkochen intensiviert den Geschmack und sorgt für eine längere Haltbarkeit.

Das fertige Chyavanprash heiß in saubere Marmeladengläser füllen und abkühlen lassen.
Im Kühlschrank aufbewahrt, hält das Mus mehrere Wochen. Ich habe eine gößere Menge gekocht und die restlichen Gläser samt Inhalt pasteurisiert. Dazu nehme ich einen hohen Topf, in dem die Gläser gut Platz haben. Ich fülle 2 cm hoch Wasser ein und bringe es zum Kochen. Dann gebe ich die befüllten Gläser in den Topf und lasse das Ganze zugedeckt ca. zehn Minuten simmern.  Zum Schluss den Topf vom Herd nehmen und samt Inhalt abkühlen lassen.
So lässt sich das Früchtemus mehrere Monate im Keller lagern.
Ich genehmige mir über den Winter täglich 1-2 Teelöffel von dieser gesunden Leckerei.


Wildfrüchte sind Vitamin C-Bomben

Auch unsere Vorfahren kochten im Herbst aus Schlehen, Berberitzen, Hollunder und Co. gesunde Naschereien für den Winter. Was macht die wilden Früchte aus unserer Region so wertvoll? Es sind die enorm hohen Vitamin C-Werte. Vor allem Hagebutte ist hier ein Spitzenreiter: Vier Hagebutten decken etwa unseren Tagesbedarf an Vitamin C. Das kann sich sehen lassen. Zerstört wird das Vitamin C besonders durch schnelles und sehr heißes Kochen bei über 190 Grad. Wenn du die Früchte sanft dahin köcheln lässt, wie in dem Rezept angegeben, hältst den Vitamin-Verlust gut in Schach. Es bleibt immer noch genug übgrig.

Nicht ganz so viel Vitamin C haben die Schlehen. Diese trumpfen eher durch ihre Mineralstoffe und ihre vielen sekundären Pflanzenstoffe auf. Der hohe Gehalt an Flavonoiden und  Gerbstoffe schützt unser Immunsystem und unsere Zellen. Zudem sind die schwarz-blauen Beeren stark entzündungshemmend.


Traditionsrezept aus Indien

Chyavanprash hat sich über Tausende von Jahren als Immunstärkungsmittel bewährt. Die Originalrezepturen enthalten bis zu 47 Zutaten, wobei die Amlabeere, die indische Stachelbeere mengenmäßig heraussticht. Auch alle weiteren Zutaten haben eine positive Wirkung auf unser Immunsystem. Ich möchte mit diesem Rezept zeigen, wie sich ayurvedische Rezepte auf unsere hemische Region anpassen lassen. Mein Tipp: Verwende die Früchte, die in deiner Umgebung wachsen, und welche du magst. Statt Schlehen können es Holunderbeeren sein, Brombeeren oder Himbeeren. Statt Quitten nimm gern auch frische Feigen oder Pflaumen. Auch die Gewürze sind eine Empfehlung von mir und können jederzeit ausgetauscht werden. Wenn du statt Rohrzucker lieber Honig verwenden möchtest, sollte dieser nicht über 40 Grad erhitzt werden, damit er seine gesundheitsfördernde Wirkung nicht verliert. Wichtig: Der Anteil an Zucker oder Honig muss hoch genug sein, damit das Mus nicht schimmelt.

Nun wünsche ich dir recht viel Spaß bei Ausprobieren.
Natürlich bin ich neugierig, aus welchen Zutaten du dein Chyvanprash gezaubert hast. Vielleicht magst du darüber einmal berichten.

Liebe Grüße
Maria

 

 

 

 

 

 

 

 

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