Ayurvedisches Wildkräuter-Süppchen

Wildkräutersuppe
Kräuter sind meine Leidenschaft. Gerade die wilden, mit der Vorsilbe „Un“, die niemand im Garten haben mag, sind für unsere Gesundheit besonders wertvoll. Giersch, Brennnessel und Löwenzahn bilden die Grundlage für dieses pikante Süppchen.


Zutaten

3 Hände voll Wildkräuter (Brennnessel, Giersch, Löwenzahn)
2 große Kartoffeln
1 Knoblauchzehe
1 Zwiebel
1 TL Koriandersamen
1 EL Ghee
½ TL Bockshornkleesamen gemahlen
½ TL Pippali (langer Pfeffer) gemahlen
½ TL Muskatnuss gemahlen
1 l Gemüsebrühe oder Ingwerwasser
1 Prise Zucker
1 Spritzer Zitronensaft
Salz

Zubereitung
Die Wildkräuter von dicken Stielen befreien, dann in grobe Stücke schneiden. Die Kartoffeln schälen und ein ca. 2 cm große Stücke schneiden.
Zwiebel und Knoblauch fein hacken. Den Koriandersamen fein mörsern.
Ghee erhitzen. Darin Koriandersamen kurz anrösten. Zwiebel und Knoblauch dazugeben und mit anschwitzen. Jetzt können die restlichen Gewürze eingestreut werden: Bockshornkleesamen, Pippali und Muskatnuss. Gleich danach die Kartoffelwürfel zugeben und mit etwas der Hälfte der Gemüsebrühe aufgießen. Sieben Minuten zugedeckt köcheln lassen.
Dann die Wildkräuter zugeben und mit der restlichen Flüssigkeit aufgießen. Nochmals 5 Minuten köcheln lassen. Die Kartoffelwürfeln sollten jetzt so weich sein, dass man sie gut pürieren kann. Die Garzeit hängt von der Kartoffelsorte ab.
Salzen und mit Zitronensaft und Zucker fein abschmecken.
Fein pürieren und mit frischen Kräutern und Blüten dekoriert servieren.

Wildkräuter: am besten zart und ungewaschen

Sammeln Sie die Wildkräuter an einem sauberen Ort, dann müssen Sie sie nicht waschen. Mit jedem Waschen verlieren die Kräuter wichtige (Geschmacks-)Stoffe.
Ich sammle immer nur dort, wo ich mir sicher bin, dass keine Hunde laufen. Für die Küche nehme ich  nur junges, frisches Kraut. In diesem Fall: die obersten 3-4 Blattachsen der Brennnessel, den jungen noch hellgrünen und faltigen Giersch und die zarten, kleinen Löwenzahnblätter.

Ayurvedisch ist die Suppe deshalb, weil die Zubereitung nach ayurvedischen Prinzipien gestaltet ist. Die Gewürze werden vor dem Kraut bzw. Gemüse angeröstet. Im Gegensatz zur herkömmlichen deutschen Küche, bei der erst das Gemüse bzw. das Kraut gegart wird und dann mit Gewürzen nachgewürzt wird, ist die Reihenfolge hier genau anders herum: Erst die Gewürze, dann das Kraut. Da Ayurveda sehr großen Wert auf regionale Zutaten und  Kräuter legt, sind Wildkräuter, die vor der Tür wachsen, eine willkommene Zutat für eine Frühlingsmahlzeit.

Alle drei Wildkräuter helfen uns jetzt im Frühjahr beim „Frühjahrsputz“ im Körper, dem Entschlacken. Ayurvedisch gesehen senken sie Kapha. Bockshornkleesamen und Pippali unterstützen diese Wirkung. Im Gegensatz zum schwarzen Pfeffer leitet der Langpfeffer besser aus. Den Bockshornkleesamen und auch den Muskatnuss gebe ich erst später zum Anrösten dazu, weil diese sonst bitter werden. Wenn Sie die Suppe gern schärfer mögen, können Sie Pippali auch früher mit dem Koriandersamen anrösten.

Die Brennnessel ist ein super Superfood. Das brennende Kraut hat 30 mal mehr Vitamin C als Kopfsalat. Neben vielen sekundären Pflanzenstoffen liefert die Pflanze sehr hohe Werte an Calcium und Eisen. Die enthaltene Kieselsäure sorgt für eine schöne Haut und stabile Knochen. Das Chlorophyll, welches für die schöne grüne Farbe der Suppe verantwortlich ist, regeniert unsere Zellen und sorgt für Energie.

Wenn das kein Grund ist, öfter mal mit  Handschuhen in den Garten zu gehen und Brennnessel für die Suppe zu sammeln.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Suppe kochen!
Vielleicht schreiben Sie mir, wie sie Ihnen geschmeckt hat.

Ihre Maria Hufnagl

3 Gedanken zu „Ayurvedisches Wildkräuter-Süppchen

  • 23. April 2016 um 20:39
    Permalink

    Liebe Maria,
    vielen Dank für das Rezept! Die Suppe schmeckt köstlich und ist erstaunlich einfach herzustellen.
    Herzliche Grüße
    Kerstin

    Antworten
  • 23. April 2016 um 14:20
    Permalink

    Liebe Maria, die Idee eine Wildkräuter Suppe auch Ayurvedisch zu zubereiten, gefällt mir sehr gut. Da werde ich demnächst dem Giersch in meinem Garten einen Kampf ansagen.
    LG Lina

    Antworten
    • 24. April 2016 um 8:32
      Permalink

      Ja, Lina, ich habe mich inzwischen auch mit dem Giersch in meinem Garten angefreundet und freue mich im Frühjahr fast schon, wenn er wieder kommt :-).

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